Von Wladislaw Sankin und Astrid Sigena – 16. Februar 2026.
Zum ersten Mal seit Jahren war die AfD wieder bei der Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen. Der AfD-Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen nutzte die Gelegenheit zu einer offenen Kampfansage gegen die „Russenstusser“ in seiner Partei.
Rüdiger Lucassen macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Seine Kampfansagen gegen seine innerparteilichen Gegner gibt er gerne gegenüber der von der AfD sonst so abgelehnten Mainstreampresse bekannt. Zuletzt konnte Funke-Chefredakteurin Melanie Ammann verkünden, dass Lucassen sich künftig nicht mehr darum scheren wolle, ob der russlandfreundliche, pseudo-pazifistische Parteiflügel bei seinen Wortmeldungen aufheule (als hätte sich Lucassen je darum geschert!). Lucassen: „Für mich ist der Besuch auf dieser MSC auch die nächste Stufe meiner eigenen Befreiung. Ich mache ab jetzt mein Ding.“
Für das – laut Ammann – pseudopazifistische Lager hat Lucassen nur noch Hohn und Spott übrig. Nach vier Kriegsjahren implodiere gerade „das Lager der Russlandfans und Friedensbewegten“. In Lucassens Militärsprache: „Die kämpfen hinhaltend“, befänden sich also schon auf dem Rückzug. Lucassen strotzt vor Selbstbewusstsein. Auch bei der Reporterin Rena Lehmann hinterlässt Lucassen einen „sichtlich beschwingten“ Eindruck.
Kein Wunder, denn die Gesprächspartner auf der MSC reißen sich derzeit gerade um den Bundeswehr-Obersten a. D. Nicht nur internationale Medien, sondern auch Politiker der Altparteien wie der CSU-Staatsminister im Auswärtigen Amt Florian Hahn. Zu NATO- und Bundeswehr-Militärs ist der Gesprächsfaden ohnehin nie abgerissen, auch wenn Lucassen diskret bleibt, was seine Gesprächspartner betrifft. Immerhin lässt er gegenüber der Presse vermelden, er habe Gelegenheit gehabt, mit dem SACEUR Alexus G. Grynkewich zu sprechen, dem Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa.
Ob es dabei auch um sein für die MSC entworfenes Positionspapier „Europas Sicherheit. Unser Kontinent. Deutschlands Führung“ ging, lässt Lucassen offen. In dem geheimen, mit der Partei- und Fraktionsführung nicht abgesprochenen Papier fordert der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion eine massive Aufrüstung der Bundeswehr und ernennt Deutschland zur „Führungsnation in Europa“ (RT DE berichtete). Der außenpolitische Sprecher der AfD, Markus Frohnmaier, musste bei einem Interview mit RT DE einräumen, dass er keine Kenntnis über dieses Papier habe.
Mit Widerstand gegen seine Alleingänge muss Lucassen vorerst nicht rechnen. Bei der Münchner Sicherheitskonferenz war Frohnmaier nicht eingeladen und ein in den Medien angekündigtes Treffen mit US-Staatssekretärin Sarah Rogers fand nicht statt. Offensichtlich legten die USA, die dem Vernehmen zufolge die Teilnahme der AfD bei der Münchner Sicherheitskonferenz durchgesetzt haben, keinen Wert auf die Anwesenheit des auf deutsche Interessen und den Ausgleich mit Russland bedachten Frohnmaier.

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