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Leserbrief an den Münchner Merkur zu den Artikeln „Strom-Überschuss an Pfingsten“ und „Pfingstwochenende bringt Stromnetz unter Druck“ vom 23.05.2026

Folgende beiden Artikel zum Thema Energie und Stromnetz waren am 23.05.2026 in der Print-Ausgabe des Münchner Merkur zu lesen:

Zu diesen beiden Artikeln habe ich folgenden Leserbrief an die Redaktion geschrieben:

Gratuliere! Das ist schon beachtlich, wie man eine de facto-Bankrotterklärung schönreden kann. Negativpreise sind ein deutliches Indiz dafür, dass ganz erheblich etwas im Argen ist. Es ist tatsächlich ein Riesenproblem, dass die ständig steigenden Solarstromproduktionskapazitäten an Tagen mit besonders viel Sonne und wenig Verbrauch wie jetzt an Pfingsten für einen großen Teil des produzierten Stroms keinen Abnehmer mehr finden. Dann muss der Stromproduzent draufzahlen, damit er überhaupt noch einen Abnehmer für den produzierten Strom findet. Wie man hört, verdienen die Österreicher gut an dieser deutschen Misswirtschaft, indem sie den Strom mit Negativpreis kaufen und Pumpspeicherwerke damit betreiben. Nachts, wenn die Sonne nicht scheint, wird das hochgepumpte Wasser ungenutzt wieder abgelassen, was ordentlich Profit auf Kosten der deutschen Stromkunden macht.

Auch wenn sich einzelne Stromkunden mit Smartmeter und Speichermöglichkeiten (die angesprochene Wärmepumpe wird man bei den Außentemperaturen wohl kaum gebrauchen) über den Zuverdienst durch negative Preise freuen mögen, in der Gesamtbilanz wird der Stromkunde aufgrund der Negativpreise draufzahlen, da die Stromerzeuger kaum auf den Verlusten sitzen bleiben wollen. Die negativen Preise spiegeln das Desaster des Gesamtsystems mit extrem volatiler Produktionsbasis (d.h. Sonne und Wind) wider. Dabei kann man sich noch freuen, dass es überhaupt Nachbarländer gibt, die uns den zu viel produzierten Strom abnehmen. Man stelle sich vor, sie hätten einen ähnlich verhängnisvollen Weg eingeschlagen und, wie die Deutschen, auch so extrem auf „Erneuerbare“ gesetzt!

Der letzte Absatz des Artikels im Wirtschaftsteil erwähnt dann noch ein wesentliches Problem: die reale Möglichkeit von „Extremsituationen“, bei denen es durch die systemimmanente Instabilität des solar- und windgetriebenen Stroms zu einem „kurzfristigen“ Zusammenbruch des Stromnetzes kommen kann. Der spanische Blackout am 28.5.2025 lässt grüßen.

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Kategorie(n): Inland, Klima, Leserbriefe, Politik

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